Familien stärken heißt Kinderarmut wirksam bekämpfen
- Niels Geuking

- 11. Mai
- 2 Min. Lesezeit

Heute durfte ich im Europäischen Parlament an einer wichtigen Diskussion zur Zukunft der Europäischen Kindergarantie und der neuen europäischen Anti Armutsstrategie teilnehmen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie wir Kinderarmut in Europa nachhaltig bekämpfen können, welche Rolle starke Familien dabei spielen und wie der Euro Family Pakt komplementär zur Europäischen Kindergarantie in die künftige europäische Anti Armutsstrategie eingebunden werden kann.
Gemeinsam mit Vertretern der Europäischen Kommission, Wissenschaft, Elternverbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen haben wir darüber gesprochen, wie soziale Ausgrenzung bereits in den ersten Lebensjahren verhindert werden kann.
Kinderarmut entsteht selten isoliert. Sie hängt eng mit den Lebensrealitäten von Familien, Eltern und insbesondere den alltäglichen Herausforderungen von Betreuung, Bildung, Wohnen und Vereinbarkeit zusammen.
Die Europäische Kindergarantie war ein wichtiger Schritt, um Kindern besseren Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Ernährung und Betreuung zu ermöglichen. Gleichzeitig müssen wir stärker darüber sprechen, wie wir Eltern konkret entlasten und Familien strukturell stärken können. Genau hier setzt auch der Euro Family Pakt an, den wir als ergänzenden Ansatz zur Europäischen Kindergarantie in die künftige European Anti Poverty Strategy einbringen wollen. Denn nachhaltige Sozialpolitik beginnt nicht erst dort, wo Probleme bereits entstanden sind. Sie beginnt bei stabilen Familienstrukturen, verlässlicher Unterstützung für Eltern und fairen Chancen von Anfang an.
In meinem Beitrag habe ich besonders betont, dass Familienpolitik nicht als Nebenthema betrachtet werden darf. Familien brauchen bezahlbare Kinderbetreuung, faire Arbeitsbedingungen, gesellschaftliche Anerkennung für Erziehungs- und Care Arbeit sowie echte Wahlfreiheit zwischen Familie und Beruf. Wer Kinder stärken will, muss Eltern stärken.
Auch die Situation von Müttern spielte in der Diskussion eine zentrale Rolle. Noch immer übernehmen viele Frauen den größten Teil der Betreuungs- und Erziehungsarbeit und stehen gleichzeitig unter hohem wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Druck. Deshalb müssen Familienpolitik, Gleichstellungspolitik und Armutsbekämpfung stärker zusammengedacht werden.
Für mich steht fest: Wenn Europa Kinderarmut wirksam bekämpfen will, müssen wir Familien in den Mittelpunkt stellen. Investitionen in Familien sind Investitionen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt, in Chancengerechtigkeit und letztlich in die Zukunft Europas.






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